Abendvortrag

Alexander Rehding: Monochord, Klavier, Sirene – Resonanzen aus der Geschichte der Musiktheorie

Mittwoch, 20. April 2016 - 18.15 Uhr
eikones Forum

Die Geschichte der Musiktheorie beschränkt sich zumeist auf das Studium von Traktaten. Hier wird statt dessen der Versuch unternommen, von der Perspektive der Klangmedien aus Zugang zu verschiedenen historischen musiktheoretischen Praktiken zu erschließen. Es sollen  dabei drei Ansätze untersucht werden, die von verschiedenen Instrumenten ausgehen und zu radikal unterschiedlichen theoretischen Schlüssen gelangen: die auf dem Monochord aufbauenden Theorie des Humanisten Franchinus Gaffurius (1518), die auf der Sirene aufbauende Theorie des Astrophysikers Wilhelm Opelt (1834), sowie die vom Klavier ausgehende Theorie, mit der wir alle aufgewachsen sind.

Die Instrumente, die in diesen drei Ansätzen herangezogen werden, sind als Medien zu verstehen, die das Blickfeld auf die Prozesse der Theoriebildung in verschiedenen historischen Perioden eröffnen: Sie können als “epistemische Dinge” im Sinne des Wissenschaftshistorikers Hans-Jörg Rheinberger verstanden werden, die gleichzeitig mit der Klangerzeugung auch musikalische Erkenntnisse hervorbringen. Medienarchäologisch gesprochen, werden mit diesen drei Instrumenten pythagoreische, digitale, sowie textuelle Ansätze untermauert.

 

 



Konzept: Katrin Eggers

Referierende: Alexander Rehding (Harvard)

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